Dieter Brockmeyers neuer publizistischer Beitrag zur Innovations-Resilienz

Die Sorge vor der großen „Disruption“, wie sie kürzlich bei einer interessanten Buchpräsentation in Regensburg geäußert wurde, hat kurze Zeit später zusätzliche Nahrung erhalten. Zwei Tage nach Dieter Brockmeyers Auftritt begann – zwar nicht ohne Vorwarnung, wie immer aber dann doch überraschend – das, was später wohl einmal der 4. Golf-Krieg genannt werden wird und das gefährliche Potential hat, freilich nur nummerisch, zum 3. Weltkrieg zu regredieren.

Als gebe es nicht schon genug andere Probleme, mit denen sich die Menschheit seit geraumer Zeit, scheinbar aber in immer kürzeren Abständen, zu beschäftigen hat. Allein beim Blick auf die Entwicklungen des noch jungen Jahres 2026 wird deutlich: das Thema Resilienz, das der Autor an diesem Abend aufgriff, nimmt rasant an Bedeutung zu. Zur Problematik gehört freilich genauso selbstverständlich, dass die Bereitschaft, sich damit ernsthaft auseinanderzusetzen, umgekehrt proportional zu deren Relevanz ist. Nicht so die lebhaft diskutierende Runde am 26. Februar, die des Autors Impulse dankbar aufgriff. Dabei hatte man an diesem Abend starke Konkurrenz durch den zeitgleichen „Fastenimpuls“ des örtlichen Theaterintendanten, dessen Einrichtung wenige Tage zuvor mit dem Deutschen Opernpreis ausgezeichnet worden war. Früher nannte man solche Veranstaltungen gerne auch „Fastenpredigten“, doch unsere Gesellschaft will heute keine Predigten mehr hören und mit dem Fasten ist es auch so eine Sache. Gilt es der Selbstoptimierung, ist dies noch erlaubt, scheint ansonsten aber nur noch eine jahreszeitliche Bezugsgröße zu sein.

Dieter Brockmeyer präsentierte im Regensburger AKUSO Forum sein neues Werk (Fotos: Sabine Watzlawik)

Autor Dieter Brockmeyer, der sein brandneues Buch „Resilienz – Überleben zwischen Deep-Tech, Revolution und Globalem Umbruch“ im AKUSO Forum, einem „interaktiven Forum für Kultur und Soziales“ vorstellte, hat es mit dem Sujet seiner Beschäftigung nicht leicht. Denn unweigerlich kommt derjenige, der die Menschen auffordert, sich nicht nur mit sich, sondern auch dem Beitrag, der von jedem Einzelnen an Mit- und immer wieder auch Umdenken erwartet werden muss, in die Rolle des Predigers. In seinem neuesten Werk, nach „Pandemias Box“ und „Campus mundi“ das dritte innerhalb der letzten vier Jahre – allesamt in der von Brockmeyer mitgegründeten Denkfabrik „Diplomatic World Institute“ erschienen –, geht es dem international anerkannten Medien- und Innovationsfachmann eben gerade nicht um die „Resilienz“, wie wir von ihr im „Morgenmagazin“ oder den bunten Zeitschriften hören und lesen. Auch die Wirkung der neuen Zeit auf den Einzelnen ist Brockmeyer – siehe seine EUROjournal Serie „Der Alte Weise Mann“, in der er darauf durchaus selbstironisch Bezug nimmt – nicht fremd, doch in seinen Büchern geht es dem 64jährigen Frankfurter um eine andere, die „Innovations-Resilienz“.

Da kann die schöne Welt der neuen Technik, die eben nicht bei der grenzenlosen Vernetzung durch Internet und soziale Medien oder dem neuesten Ablenkungsmanöver ChatGPT endet, sondern längst ganz andere Dimensionen zu eröffnen beginnt – Stichwort Quantencomputer –, schnell zum „Deep Impact“ werden: mit Auswirkungen auf Gesellschaft, Wirtschaft, aber auch auf inner- und internationale Beziehungen. Dieter Brockmeyer selbst betont, keine Ideallösungen für die be- und anstehenden Aufgaben, die auf unsere Gesellschaft zukommen, zu haben. Das ist so selbstverständlich wie betrüblich auf der einen Seite, aber freilich auch gut, wenigstens für das EUROjournal, das Brockmeyers Auftritt in Regensburg präsentierte und dessen Chefredaktion der Autor, wenn er die Ideallösung hätte, sicherlich keine Zeit mehr hätte,  im selben Maße zu bereichern.

Gleichwohl gehören Dieter Brockmeyer und seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter vom Brüsseler Diplomatic World Institute immerhin zu jenen, die die tiefgreifenden Veränderungen unserer Welt nicht achselzuckend oder gar im inneren Exil über sich ergehen lassen, sondern ehrlich an Lösungen arbeiten. Etwa mit der Stiftung der Auszeichnung „The Trophy“, mit denen das DWI avantgardistische Unternehmen und zivilgesellschaftliche Gruppen würdigen, die zumindest auf einem der vielen Szenarien einen wertvollen Beitrag zu leisten im Stande sind. So wird vielleicht doch friedliche Transformation den Weg in die Zukunft weisen und die zunehmende Disruption in ihre Schranken weisen können.

Vom Leiter der Chefredaktion Prof. Dr. Wolfgang Otto   

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