Dass die Programmkommission der Akademie Ostbayern-Böhmen e.V. mit Sitz in Neunburg vorm Wald bei der Auswahl des Jahresthemas 2026 genau den richtigen Riecher hatte, bewies sich bereits beim Auftaktsymposium in Weiherhammer am 28. Februar.

Dr. David Rester (LUCE-Stiftung und Akademie Ostbayern-Böhmen), Referent Julian Wendland, Moderatorin Birgit Renner, die Referenten Dr. Klaus Schulenburg und Kornelia Schmid, Impulsgeber Gerhard Müller und Akademie-Vorstand Josef Schönhammer (von links) stellten sich nach dem Symposium den Kameras (alle Fotos: Wolfgang Otto).
Mit „Sorge, Pflege und Teilhabe als gesamtgesellschaftliche Aufgabe“ hat man offensichtlich den Geschmack des Publikums voll getroffen, wie das vollbesetzte Future Lab auf dem Gelände der „Denkwelt Weiherhammer“ an einem Samstagvormittag zeigte. Eingeladen hatte die Akademie Ostbayern-Böhmen und die LUCE Stiftung der BHS Corrugated Eigner Lars und Christian Engel in besonderer Zusammenarbeit mit dem LUCE-Projekt „ALIA – Agil leben im Alter“, dessen Leitung der Pflegewissenschaftler Dr. David Rester, zudem Mitglied des Akademie-Vorstands, innehat. Daneben hatte der Verein, der sich seit 2017 jedes Jahr ein besonderes Motto gibt, auf das sich dann nach dem Eröffnungssymposium noch mehrere weitere Veranstaltungen beziehen werden, eine Reihe ausgewiesener Fachleute eingeladen.


Ort der schönen Gegensätze: das beschaulich-moderne Weiherhammer an der Stadtgrenze Weidens, die „Denkwelt“ links im Bild.
Moderiert von Birgit Renner von Paraplü Sozialraumentwicklung, die als hauptamtliche Abteilungsleiterin der Caritas in Regensburg selbst wesentlich zum Diskurs beitragen konnte, trugen Kornelia Schmid von den Pflegenden Angehörigen e.V. aus Amberg, Julian Wendland, Pflegedienstleiter des Projekts Buurtzorg Deutschland GmbH in München, und Dr. Klaus Schulenburg vom Bayerischen Landkreistag vor. Insbesondere das von Wendland auch in Ergänzung des kurzfristig verhinderten Pflegewissenschaftlers Prof. Dr. Philipp Prestel von der Hochschule Kempten vorgestellte Pflegemodell aus den Niederlanden „Buurtzorg“ sorgte für lebhaftes Interesse.

Blick ins gut besetzte Future Lab der „Denkwelt Weiherhammer“
Am Ende der dreistündigen Veranstaltung war man sich einig, dass insbesondere das Zukunftsthema Pflege mehr im Kleinen, möglichst auf lokaler Ebene zu bearbeiten sei und man durchaus auch Anleihen am Zusammenleben in früheren Epochen nehmen könne. Ohne den ehrenamtlichen Bereich wird es nicht gehen, die frühere Großfamilie könnte in unseren Tagen eine organisierte Nachbarschaftshilfe zumindest in bestimmten Punkten ersetzen, wie Gerhard Müller von der gleichnamigen Institution in Weiherhammer („Helfen mit Herz“) eindrucksvoll vorstellte. Das wird ambulante oder gar stationäre Pflege gleichwohl nicht ersetzen, dafür sind dann Abkehr von lieb gewonnenen Gewohnheiten und nicht zuletzt umfangreiche Änderungen von Gesetzesgrundlagen und der Finanzierungsgrundlage erforderlich, wie auch Neunburgs Bürgermeister Martin Birner als einer der anwesenden Kommunalpolitiker zu bedenken gab. Bis zum Jahresende werden zahlreiche weitere Veranstaltungen zum Thema folgen, wie der 1. Vorsitzende Josef Schönhammer und Programmleiter Johann Fischer ankündigten. Interessierte können sich unter www.akademie-ostbayern-boehmen.de umfassender informieren.
Vom Leiter der Chefredaktion Prof. Dr. Wolfgang Otto
