Die Globalisierung sei am Ende, das hört man inzwischen immer öfter. Der Eindruck ist allerdings falsch. Hier ist die erste Kolumne im neuen Look:

Karrikatur des Weisen, Alten Mannes

Sicher, einiges ist falsch gelaufen oder wurde übertrieben umgesetzt. Das haben wir erst während der Corona Pandemie gemerkt. Viele Produkte blieben in den Häfen liegen, auch Medikamente. Das sorgte für Engpässe. Alle Produktion in entfernte, weil billige Länder auszulagern und dann auch noch die Lagerhaltung aus Kostengründen zu Gunsten von „Just in Time“ Lieferungen aufzugeben, erwies sich jetzt als problematisch. Die USA versuchen gerade, das radikal zu verändern. Es geht nicht zuletzt auch darum wieder Arbeitsplätze im eigenen Land zu schaffen. Ob das klappt ist angesichts von KI und Robotik fraglich. Ist die in absehbarer Zeit überschaubare Investition getätigt, optimieren und reparieren sich die Systeme zukünftig selbst, arbeiten ohne Pause rund um die Uhr. So überholt die Produktion im eigenen Land schon bald deutlich die bisherigen Kostenvorteile einer Auslagerung ins Ausland.

Ja, die Globalisierung bekommt ein anderes Gesicht. Sie wird teils freundlicher (ja, wirklich). Zum Teil werden wir aber auch, wahrscheinlich mit einiger Verzögerung, Nachteile zu spüren bekommen. Aber unsere Gesellschaft wird trotz allem immer globaler werden. Nicht zuletzt, weil uns die technischen Möglichkeiten weiter immer näher zusammen rücken lassen. Das ist unumkehrbar. So gesehen sind die aktuellen weltpolitischen Tendenzen zu einer gefühlten De-Globalisierung nur eine Phase. Es ist schwer vorherzusagen, wie lange sie dauern wird, es wird auch hier einen Wendepunkt geben. Der kommt spätestens, wenn die Übertreibungen, jetzt in der momentanen Korrekturphase, deutlich spürbar werden.

Das wird möglicherweise schneller kommen, als manchem lieb ist. Unsere Welt ist schon sehr stark zusammengewachsen, existenzielle Probleme lassen sich nur noch global lösen.  Diese Lektion wird so mancher hoffentlich früher als später lernen.

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