„Putin ist ein Unglück für Russland und die Welt“

Seit dem Beginn der russischen Kriegshandlungen gegen die Ukraine am 24. Februar 2022 sind viele Gewissheiten der letzten Jahrzehnte ins Wanken geraten, um nicht zu sagen über den Haufen geworfen worden. Wichtiger denn je ist einmütige Kommunikation und Handeln der freien Welt. Hier ist das Zusammenrücken der 27 EU-Staaten als besonders positiv zu werten und macht Hoffnung auf eine geschlossene Abwehr der Aggression. In den letzten Tagen haben das EUROjournal pro management Reaktionen höchst berufener Persönlichkeiten erreicht, darunter von den beiden ehemaligen Mitgliedern des Europäischen Parlaments, Dr. Ingo Friedrich und Dr. h.c. Bernd Posselt. Die beiden FEK-Laureaten zeigen darin ein Mal mehr klare Kante. -wo-

Dr. Ingo Friedrich, ehemaliger Vizepräsident des Europäischen Parlaments, Präsident des Europäischen Wirtschaftssenats, Ehrenpräsident der Europäischen Bewegung Bayern: 

Die Ukraine wird vor unseren Augen durch einen hinterhältigen Angriff Putins zerquetscht. Der Westen muss jetzt eine völlig neue Strategie entwickeln. Die wichtigsten Ziele der neuen Strategie sollten sein:


1. Putins Eroberung muss ihn so teuer kommen und so bitter schmecken, dass er den Bissen wieder „ausspuckt“. (Die frühere Sowjetunion hat sich damals bei der Besetzung Afghanistans genauso übernommen.)

2. Die Menschenverluste der Ukraine müssen so gering wie möglich gehalten werden.

3. Wir müssen uns darauf einstellen, dass die Wiedergewinnung der Freiheit für die Ukraine ein langer Prozess sein wird. Die schrittweise Zermürbung der Besatzer ist anzustreben und vorzubereiten.

4. Das Regime Putin muss jetzt auch innerhalb Russlands bekämpft werden. Den russischen Menschen muss gezeigt werden, welches normale Leben ihnen entgeht, solange sie Putin erdulden.

5. Strategisches Ziel muss die grundlegende marktwirtschaftliche Neuorientierung Russlands sein. Das System Putin muss von außen und von innen bekämpft werden. Putin ist ein Unglück für Russland und die Welt.

Das Büro von Dr. h.c. Bernd Posselt, MdEP a. D., Präsident der Paneuropa-Union Deutschland und Bundessprecher der Sudetendeutschen Landsmannschaft, schreibt:

Der russische Angriff auf die Ukraine ist nach Ansicht des CSU-Parteivorstandsmitgliedes Bernd Posselt „ein Angriff auf die Seele und das Herz Europas.” Deshalb gelte es, die Sanktionen zu verschärfen und Europa sicherheitspolitisch neu aufzustellen. Putin gehe es nicht um Donbas, sondern er wolle „die ganze Ukraine erobern, Europa zersplittern und eine Eurasische Union errichten, die er noch weit über die frühere Sowjet-Union ausdehnen will.” Davon spreche er seit vielen Jahren ganz offen. So habe er zum Beispiel jetzt in seiner nächtlichen Rede auch Staaten des Westbalkans als Ziele genannt und seinen Außenminister Lawrow erklären lassen, albanische, kosovarische und bosnische Söldner bedrohten von der Ostukraine aus Russland. „Dies ist ein völlig absurdes, aber gefährliches Propagandaszenario”, so Posselt, den Putin bereits 2015 wegen seiner kremlkritischen Haltung mit einem Einreiseverbot belegt hat. Der CSU-Außenpolitiker rief dazu auf, „eine starke europäische Verteidigungs- und Energie-Union zu errichten, die Stabilisierungs- und Friedensbemühungen auf dem Balkan, wo Putin ebenfalls zündelt, zu intensivieren und die Ukraine massiv zu unterstützen.” Die Lieferung von Equipment für die ukrainische Armee und eine wahrscheinliche bald entstehende ukrainische Widerstandsbewegung dürften dabei kein Tabu sein.

Anmerk. d. Red.: Am Sonntag meldete die Sudetendeutsche Landsmannschaft (SL), dass der Ukrainische Staatspräsident Wolodymyr Selenskyj nächster Preisträger der höchsten Auszeichnung der SL, dem Europäischen Karlspreis, werde. „Selenskyj ist durch seine Tapferkeit und sein Augenmaß einer der bedeutendsten Europäer der Gegenwart.“ Der Europäische Karlspreis der Sudetendeutschen wird für „Verdienste um eine gerechte Völkerordnung in Mitteleuropa verliehen“.

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