Die Goldene Straße war zu Zeiten von Kaiser Karl IV. eine der bedeutendsten Handels- und Verbindungsstraßen in Mitteleuropa. Sie verband die freie Reichsstadt Nürnberg mit der böhmischen Hauptstadt Prag und hatte besonders im 14. Jahrhundert eine Schlüsselrolle für den Handel, die Politik und die Kultur des Heiligen Römischen Reiches. Doch die Straße war nicht nur ein Handelsweg, sondern auch ein Machtinstrument, das Karl IV. nutzte, um seine Kontrolle über die Regionen zu festigen.
Der Autor Rainer J. Christoph hat sich seit 1990 intensiv mit der Geschichte der Goldenen Straße beschäftigt. In seinem umfassenden Werk beleuchtet er nicht nur die wirtschaftliche Bedeutung dieser Straße, sondern auch wichtige Persönlichkeiten, die eng mit Kaiser Karl IV. verbunden waren. Ein weiteres Kapitel widmet sich der Stadt Prag zur Zeit der Luxemburger-Dynastie. Christoph nimmt die Leser mit auf eine faszinierende Reise durch Franken, die Oberpfalz und Böhmen bis zur Residenzstadt Prag. Dabei wird deutlich, dass die Goldene Straße weit mehr war als nur ein einfacher Handelsweg – sie war eine Lebensader des mittelalterlichen Europas und ein zentraler Bestandteil der deutsch-tschechischen Geschichte.

Blick auf den Titel des Buches „Goldene Straße“ aus dem Verlag Eckhard Bodner
Christoph beschreibt auf eindrucksvolle Weise die zahlreichen Städte und Orte entlang der „Gulden Straß“, von Amberg, Sulzbach-Rosenberg und Nabburg bis hin zum tschechischen Pilsen. Diese Orte, die zu wachsenden Handelszentren wurden, sind heute noch prägend für die Region. Besonders bemerkenswert ist, wie die Goldene Straße die Entwicklung von Städten und die wirtschaftliche Blüte der Regionen förderte. Kaufleute transportierten Salz, Metalle, Stoffe, aber auch Bier und Wein. Diese kontinuierliche Warenbewegung brachte Wohlstand und trug zur Entstehung einer dichten Handels- und Kulturvernetzung bei.

Für Händler und Reisende, hier offensichtlich bereits in den Gemarkungen Norimbergas eingetroffen, war die Goldene Straße vergleichsweise sicher (Alle Fotos aus dem Buch von Rainer Christoph).
Das Buch von Rainer Christoph möchte einen verschütteten Teil Europas wiederentdecken und dem Leser die Geschichte der Goldenen Straße näherbringen. Es ist ein spannender und informativer Beitrag zur Geschichte der mittelalterlichen Verbindung zwischen Deutschland und Böhmen. Besonders hervorzuheben sind die zahlreichen Abbildungen, die das Buch bereichern und einen lebendigen Eindruck von den Städten und Orten entlang der Straße vermitteln.
Mit seinen 264 Seiten und einem Preis von 26 Euro bietet das Werk eine fundierte und gut recherchierte Lektüre für alle, die sich für mittelalterliche Geschichte, die Goldene Straße und die kulturellen Verbindungen zwischen den deutschen und böhmischen Regionen interessieren. Veröffentlicht im Verlag Eckhard Bodner, ist dieses Buch eine lohnenswerte Entdeckung für Geschichtsinteressierte und Reisende, die die historische Bedeutung dieser Route erkunden möchten.
Von Kollegiumsmitglied Hans-Peter Weiß
