Mit diesem kleinen Bericht zu einer hochinteressanten vorweihnachtlichen Abendveranstaltung in Regensburg am 17. Dezember möchte die Redaktion des FEK-EUROjournals allen Leserinnen und Lesern ein Frohes und gesegnetes Weihnachtsfest wünschen!

Auf Einladung des Förderkreises AktionKulturSozial e.V., einer von mehreren Partnerorganisationen des EUROjournal Herausgebers Fördergesellschaft für Europäische Kommunikation, hatte sich S.E. Prof. Dr. Rudolf Voderholzer, Bischof von Regensburg, dankenswerterweise bereiterklärt, einen Vortrag über „Weihnachtskrippen in Böhmen und Ostbayern“ zu halten.

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer bei seinem Vortrag (Foto: W. Otto)
Bischof Rudolf ist ein von der Kulturgeschichte und dem reichen theologischen Bedeutungsgehalt der Krippe tief durchdrungener Mann, was, wie der Regensburger Oberhirte gleich zu Beginn festhielt, in der Geschichte durchaus keine Allgemeingültigkeit für Würdenträger der katholischen Kirche hatte. Er erinnerte daran, dass zur Zeit Kaiser Josephs, der im aufklärerischen Übereifer den Volksglauben bekämpfen wollte, Ende des 18. Jahrhunderts das vorübergehende Krippenverbot auch von den Bischöfen der damaligen Zeit durchgesetzt wurde.
Diese Zeiten sind Gott sei Dank vorbei und die Krippe gehört heute wieder so selbstverständlich zum Weihnachtsfest wie in den alten Zeiten mit der Weiterentwicklung, dass sie aus den Sakralbauten in den letzten zwei Jahrhunderten auch in die private Häuslichkeit Einzug gehalten hat. Dass dies so ist und bleibt, dafür setzt sich S.E. Bischof Dr. Voderholzer persönlich seit vielen Jahren durch das Schreiben von gehaltvollen Büchern über Sinn, Wesen und Kulturgeschichte der Krippe, die Etablierung des Ökumenischen Krippenweges in Regensburg mit derzeit über 80 unterschiedlichen Weihnachtskrippen, die in Geschäftsauslagen der Innenstadt ausgestellt sind und vor allem mit der Zusammenstellung einer großen internationalen Krippensammlung vorbildhaft ein.

Blick in das AKUSO Forum (Foto: S. Watzlawik)
Ein ebenso wichtiges Anliegen ist Bischof Rudolf, Sohn eines Altbayern und einer aus dem Sudetenland nach dem Krieg geflohenen Böhmin, die deutsch-tschechische Aussöhnung. Und auch hier lässt sich gerade die Weihnachtskrippe gut in Dienst nehmen, zeigten doch gerade Erkenntnisse der letzten Jahrzehnte, dass die Krippe im tschechisch-dominierten Zentralböhmen eine ebenso große Rolle gespielt hatte wie sie das in den deutschsprachigen Gebieten Böhmens und Mährens tat.
In seinem Vortrag ging der Regensburger Oberhirte auf die vielfältigen Krippentraditionen der verschiedenen sudetendeutschen Regionen – etwa dem Egerland oder dem Erzgebirge, aber auch Mähren und Südböhmen – ein. Diese nehmen unterschiedliche Ausmaße an und sind aus verschiedenen Materialien gefertigt worden. Auch Spezialformen wie dynamische Krippenfiguren, die beweglich sind, gehören dazu.
Wer mehr über dieses interessante Thema erfahren und vom reichen kulturgeschichtlichen und theologischen Erfahrungsschatz des Regensburger Diözesanbischofs profitieren möchte, der sei bei dieser Gelegenheit auf Professor Rudolf Voderholzers Werk „Krippenschauen. Eine kleine Hinführung zum Christentum“, erschienen 2025 im Verlag Schnell & Steiner, hingewiesen.

AKS-Vorsitzender Otto überreichte dem Referenten Bischof Rudolf eine selbst erstellte „Kastenkrippe“ aus Zinnfiguren (Foto: S. Watzlawik).
Der Förderkreis bedankte sich bei Bischof Dr. Voderholzer mit einem interessanten historischen Buchexemplar aus dem Sozialen Buchladen im Erdgeschoss des AKUSO Forums, das Schauplatz des Vortrags war, über „1200 Jahre Bistum Regensburg“ (das 1300jährige Jubiläum steht 2039 an) und einer selbst erstellten „Kastenkrippe“.
Vom Leiter der Chefredaktion Prof. Dr. Wolfgang Otto
