Ausstellung im Museum für Angewandte Kunst Frankfurt am Main vom 13. Februar bis 26. April in Kooperation mit der Frankfurter Kunst Galerie saasfee*pavillon.

Generative KI-Systeme haben sich tief in unseren Alltag eingebettet und prägen zunehmend unsere Vorstellungen von Gesellschaft, Welt und uns selbst. Generierte Bilder, Texte oder Videos erschaffen neue Welten – basierend auf selektiven Daten, häufig nicht-repräsentativen Perspektiven und ökonomischen sowie politischen Interessen.
Worlding steht für den permanenten performativen Prozess, welcher Welten und Weltsichten hervorbringt. Worlding ist damit niemals abgeschlossen, sondern immer verhandelbar. Kunst eignet sich besonders dazu, neue Worldings zu simulieren, erfahrbar zu machen und zu reflektieren. Die thematische Gruppenausstellung AI-Worlding fokussiert den Einfluss von KI-Systemen auf die Hervorbringung von Welten und Weltsichten aus der Perspektive der Kunst.
Im Fokus steht das künstlerische Experiment als Untersuchungswerkzeug, um einerseits die Grenzen der vermeintlich unbegrenzten Möglichkeitsräume generativer Modelle erfahrbar zu machen und andererseits das sich stetig verändernde Verhältnis zwischen Menschen und KI-Systemen zu explorieren: Wann sind diese bloß Tool, wann Co-Creator, und wo wird ihre Wirkmacht gar zum bestimmenden Faktor für gesellschaftliche und künstlerische Prozesse? Welchen Einfluss haben KI-Systeme und unsere Interaktion mit ihnen auf Worlding?
Diese Fragen stehen im Zentrum der Ausstellung, die in Kooperation zwischen dem Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main und saasfee*pavillon entsteht. Ein interdisziplinäres Team der Hochschule für Gestaltung Offenbach um Alex Oppermann (Professur für Elektronische Medien), Mattis Kuhn und Leon-Etienne Kühr (Leitung KI-Lab) und Natalie Wilke (Lehrgebiet Elektronische Medien), in Zusammenarbeit mit Studierenden, verknüpft in diesem Projekt künstlerische Forschung mit gesellschaftlicher Reflexion.
Die Ausstellung umfasst eine Vielzahl zeitgenössischer künstlerischer Positionen, die eigens für die Ausstellung im Museum Angewandte Kunst entwickelt wurden: Generierte Bilder und Texte, Malereien, Videoarbeiten, immersive Räume sowie interaktive Sound- und Rauminstallationen.
Auch die inhaltlichen Schwerpunkte verdeutlichen, dass es nicht eine KI gibt, sondern sehr unterschiedliche KI-Systeme und vielseitige Anwendungsbereiche.
Die Beziehung zwischen Mensch und Technologie steht dabei vielfach zur Disposition: Mal ist KI passives Tool, mal Co-Creator, und manchmal übernimmt sie einen Großteil künstlerischer Entscheidungsprozesse. Einige Künstlerinnen und Künstler speisen Teile ihrer Identität, ihrer Erinnerungen oder ihrer Arbeitsprozesse in KI-Modelle oder KI-Systeme ein und hinterfragen oder perforieren so die Grenzen zwischen menschlicher und algorithmischer Erzeugung, zwischen Erweiterung und Reduktion des Selbst. Vielfach sind die Besucherinnen und Besucher Teil dieser Prozesse: Durch die KI-basierte Verarbeitung von Ausstellungsdaten entstehen in einigen Arbeiten dynamische Feedback-Loops, in denen Technologie und menschliche Interaktion in einem ständigen Wechselspiel stehen. Verhandelt wird auch das Verhältnis zwischen synthetischen Daten und ihren realen Ursprüngen. Welche Normen, Vorurteile und Ausschlüsse werden durch KI-Systeme reproduziert oder verstärkt? Künstlerinnen und Künstler setzen sich mit der Normierung von digitalen Körperbildern auseinander, sowie mit deren Rückwirkung auf tatsächliche Körper. In den Arbeiten entstehen Überlagerungen von Vergangenheit und Gegenwart, in der veränderte Erinnerungen und Wahrnehmungen neue Realitäten erschaffen.
Die Ausstellung lädt ein, KI-basierte Worldings zu erfahren, sowie unser Verhältnis zu Technologie als Individuum und Gesellschaft zu reflektieren.
Die Ausstellung wird unterstützt durch den Connectom Vernetzungs- und Innovationsfonds von hessian.AI & saasfee*pavillon. -db-
